Himmelsthür Dem Himmel so nah!
Dem Himmel so nah!

Station 12: Serbisch-orthodoxes Kloster (Obere Dorfstr.)

Das heutige serbisch-orthodoxe Kloster war ursprünglich die Kapelle des Frauenheims und wurde im Jahre 1902 errichtet. Sie diente den Bewohnerinnen der Einrichtung als Ort des Gebets und der Andacht. Nachdem das Frauenheim in den 1970er Jahren nach Sorsum verlegt worden war, stand das Gebäude einige Zeit leer.

1978 erwarb schließlich die serbisch-orthodoxe Kirche das Anwesen. Viele Himmelsthürer halfen beim Umbau, um die Kapelle für den orthodoxen Gottesdienst herzurichten. Der Altarraum wurde durch eine Ikonostase – eine mit Heiligenbildern geschmückte Trennwand – abgetrennt, und im Inneren entstanden Wandmalereien im traditionellen byzantinischen Stil. 1979 weihte Bischof Lavrentije die Kirche auf den Namen „Entschlafung der allheiligen Gottesgebärerin“.

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Mit der Gründung eines kleinen Klosters begann ein neues Kapitel der Himmelsthürer Kirchengeschichte: Orthodoxe Nonnen leben hier bis heute in stiller Gemeinschaft. Sie pflegen das tägliche Gebet, malen Ikonen, binden Bücher und empfangen Besucher, die die besondere spirituelle Atmosphäre dieses Ortes erleben möchten.

Das Frauenheim Himmelsthür geht auf die Initiative von Pastor Bernhard Isermeyer zurück, der 1884 eine Unterkunft für obdachlose und straffällig gewordene Frauen gründete. Ziel war es, diesen Frauen durch Arbeit, Glauben und Gemeinschaft einen neuen Lebensanfang zu ermöglichen. Nach ersten Jahren in Achtum zog die Einrichtung 1888 in den ehemaligen Kokenhof in Himmelsthür um.

Unter Isermeyers Leitung entwickelte sich das Frauenheim zu einer großen diakonischen Einrichtung. Neben Werkstätten und Gärten gab es eine Kapelle, ein Krankenhaus und ein Altersheim. Mit der Zeit wandelte sich das Konzept: Aus dem Heim für „gefallene Frauen“ wurde eine Einrichtung zur Betreuung von Menschen mit geistiger oder psychischer Behinderung. Aus diesem Ursprung entstanden die heutigen Diakonischen Werke Himmelsthür, die bis heute Menschen mit Assistenzbedarf begleiten und fördern. Der Friedhof an der Kreuzung Linnenkamp/Schleitweg, 1941 angelegt, erinnert an diese Geschichte. Auch wenn der Hauptsitz der Werke seit 1977 in Sorsum liegt, bleibt Himmelsthür der geistige und historische Mittelpunkt ihrer über 140-jährigen Tradition.

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