Das heutige Prozessionskreuz an der Altenau erinnert an den früheren Standort der ersten St.-Martinus-Kirche. Hier befand sich im Mittelalter der Ortskern, wie eine Karte von 1693 zeigt. Bereits 1661 wurde die Kapelle vom Bischof zur selbstständigen Pfarrei erhoben – mit eigenem Friedhof und Glockenturm.

Zur Ausstattung der alten Kirche gehörten ein Taufstein von 1599 und die Skulptur der Heiligen Anna selbdritt (um 1520), eines der ältesten Zeugnisse christlichen Lebens in Himmelsthür. Mit dem Kirchenneubau 1747 in der Schulstraße zog auch diese Figur an den neuen Standort um. Himmelsthür blieb trotz der Reformation überwiegend katholisch – eine Folge der engen Verbindung mit dem Michaeliskloster und der Gegenreformation im Hildesheimer Bistum.
