Die Bauarbeiten der Deutschen Bahn auf der Strecke zwischen Hamburg und Hannover führen derzeit zu erheblichen Verkehrsproblemen am Bahnübergang Linnenkamp. Hier haben sich die Wartezeiten deutlich verlängert. Die Folge sind regelmäßig weitreichende Rückstaus bis in die Kreuzungsbereiche Linnenkamp/Runde Wiese/Ahnekamp, wodurch sich die ohnehin schwierige Verkehrssituation zusätzlich verschärft.
Neben den langen Wartezeiten sorgen auch unübersichtliche Sichtverhältnisse für ein erhöhtes Unfallrisiko. An der Einmündung Runden Wiese/Linnenkamp schränken unter anderem ein blickdichter Zaun sowie hohe Hecken die Sicht ein. Autofahrer müssen sich häufig vorsichtig auf den gemeinsamen Rad- und Fußweg vortasten. Dadurch kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen mit Radfahrern, die diesen Weg in beide Richtungen nutzen – Beinaheunfälle wurden bereits beobachtet.
Die Belastung wird zusätzlich durch eine deutlich gestiegene Zahl an Zugfahrten verstärkt, insbesondere im Güterverkehr, der im Zuge der Bahn-Baumaßnahmen vermehrt über die Strecke bei Hildesheim geführt wird.
Hintergrund: Ratsbeschluss zur Ampelanlage
Der Ortsrat setzt sich weiterhin für eine Verbesserung der Verkehrssicherheit an der Kreuzung Linnenkamp/Runde Wiese/Ahnekamp ein. Grundsätzlich besteht auch auf Seiten der Stadt Einigkeit über die Notwendigkeit einer erweiterten Ampelanlage.
Allerdings wurde per Ratsbeschluss festgelegt, dass die Planung und der Umbau der signalgeregelten Kreuzung zunächst zurückgestellt werden. Hintergrund ist, dass zunächst die Radverkehrsanlagen ausgebaut werden sollen. Die notwendigen Haushaltsmittel für die Ampelerweiterung sollen im Zusammenhang mit dieser Radwegplanung neu veranschlagt werden.
Rückmeldung der Verkehrsbehörde und kurzfristige Maßnahmen
Die Verkehrskommission hat sich bereits mehrfach mit der Situation vor Ort befasst und spricht sich weiterhin grundsätzlich für eine erweiterte Lichtsignalanlage aus. Kurzfristig sollen jedoch zunächst kleinere Anpassungen erfolgen:
- Ein Signalgeber wird leicht gedreht, um die Sichtbarkeit aus der Straße „Runde Wiese“ zu verbessern.
- Zusätzlich wird ein Warnschild „Ampel“ mit Zusatzpfeil aufgestellt.
Der Einsatz zusätzlicher Blinksignale wurde geprüft, jedoch verworfen, da diese in der vorliegenden Verkehrssituation ungeeignet wären und missverstanden werden könnten.
Weitere Maßnahmen wie zusätzliche Beschilderungen oder Markierungen werden derzeit nicht empfohlen, da diese bereits in der Vergangenheit geprüft wurden und die Einmündung aus Sicht der Unfallstatistik bislang unauffällig ist.
Für den Ortsrat Himmelsthür stellen die angekündigten Maßnahmen lediglich eine kurzfristige Verbesserung dar. Ziel bleibt eine nachhaltige Lösung zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zur Entlastung der Verkehrssituation – insbesondere durch die spätere Umsetzung einer vollständigen Ampelanlage im Zuge der geplanten Radwegeausbauten.