Die Stadt Hildesheim prüft derzeit umfassende Veränderungen in der städtischen Schullandschaft. Im Mittelpunkt stehen Überlegungen, bis zum Jahr 2027 zwei Realschulen – darunter die Realschule Himmelsthür – und möglicherweise auch die Hauptschule Geschwister‑Scholl in Oberschulen umzuwandeln.
Arbeitsgruppe beendet – politische Beratung beginnt
Eine hierzu eingesetzte Arbeitsgruppe hat ihre Arbeit inzwischen abgeschlossen. In dieser Gruppe waren neben Vertreterinnen und Vertretern der betroffenen Schulen auch die Stadtverwaltung, das Regionale Landesamt für Schule und Bildung (RLSB) sowie weitere Fachleute vertreten. Konkrete Ergebnisse und Vorschläge sind bislang jedoch noch nicht öffentlich vorgestellt worden. Derzeit beraten die politischen Fraktionen über das weitere Vorgehen. Die Stadtverwaltung bezeichnet das Vorhaben als ein „sehr komplexes Projekt“ und hat angekündigt, zu gegebener Zeit eine Empfehlung abzugeben.
Hoher Handlungsdruck durch steigende Schülerzahlen
Hintergrund der Diskussion sind deutlich steigende Schülerzahlen an der Hauptschule Geschwister‑Scholl, die aktuell bereits von mehr als 600 Schülerinnen und Schülern besucht wird. Aufgrund von Platzmangel wird dort teilweise wieder in Containern unterrichtet. Für die kommenden Jahre wird mit einem weiteren Anstieg auf bis zu 700 Schülerinnen und Schüler gerechnet.
Sollten die bestehenden Schulformen – Realschulen und Hauptschule – erhalten bleiben, müsste die Stadt voraussichtlich reagieren, unter anderem mit dem Neubau einer zusätzlichen Hauptschule. Die dafür geschätzten Kosten liegen nach ersten Überlegungen bei rund 30 bis 40 Millionen Euro.
Deutliche Kritik aus Himmelsthür
Besonders im Ortsteil Himmelsthür stoßen die Überlegungen zur Umwandlung der Realschule auf erheblichen Widerstand. Der Ortsrat hat bereits im Dezember einstimmig einen Beschluss gegen die Umwandlung der Realschule gefasst und seine Position damit klar zum Ausdruck gebracht.
Auch aus der Elternschaft kommt deutliche Kritik: Mitte März wurde eine Online-Petition gestartet, die sich gegen eine Umwandlung der Realschule Himmelsthür richtet. Darin wird betont, dass die Realschule seit Jahren für ein klares Bildungsprofil, verlässliche Strukturen und gezielte Förderung stehe und von vielen Familien ganz bewusst gewählt werde. Eine Umwandlung würde nach Ansicht der Initiatoren diese Wahlmöglichkeit einschränken oder aufheben.
Weitere Entscheidungen noch offen
Welche Lösung am Ende gewählt wird, ist derzeit noch offen. Möglich sind verschiedene Szenarien – von der Umwandlung aller betroffenen Schulen über einzelne Standorte bis hin zum vollständigen Erhalt der bestehenden Schulformen. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, welche Vorschläge die Stadtverwaltung und die Politik weiterverfolgen.