Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Gäste, Freunde und Wegbegleiter von Himmelsthür,
zum 33. Neujahrsempfang des Himmelsthürer Ortsrats heiße ich Sie alle ganz herzlich willkommen. Es ist mir eine große Freude, Sie heute hier zu sehen – als Zeichen für unser lebendiges Miteinander und das Engagement, das unseren Ort auszeichnet. Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen und Ihren Familien Gesundheit, Glück und Zuversicht. Ich freue mich, dass wir auch in diesem Jahr wieder usammenkommen, um gemeinsam auf das Vergangene zurückzublicken und den Blick nach vorn zu richten.
Ich freue mich besonders, dass wir bereits zum vierten Mal in der Mensa des Gymnasiums Himmelsthür zusammenkommen dürfen. Mein herzlicher Dank gilt Herrn Kruse, der uns diesen schönen Ort erneut zur Verfügung gestellt hat.
Lassen Sie mich einige unserer Gäste besonders begrüßen:
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Wie schon im vergangenen Jahr verzichte ich auf Ausführungen zur bundes- oder weltpolitischen Lage. Schließlich erleben wir ja täglich, was um uns herum geschieht.
Wir sind hier beim Himmelsthürer Neujahrsempfang, und daher soll auch Himmelsthür im Mittelpunkt stehen:
Rückblick auf das Jahr 2025
Das vergangene Jahr war für Himmelsthür ein Jahr voller Herausforderungen, aber auch ein Jahr, in dem wir gemeinsam viel erreicht haben.
Sanierung und Infrastruktur
Die Sanierung der Grundschule Himmelsthür wurde endlich begonnen – ein Projekt, das für die Zukunft unserer Kinder und Familien von zentraler Bedeutung ist. Die Maßnahme ist dringend notwendig, da die Schule durch die geänderten Schulbezirke seit 2024 dreizügig geführt wird und deutlich mehr Kinder sowie Personal Platz benötigen. Die Bauarbeiten laufen bei laufendem Schulbetrieb – eine logistische Herausforderung für alle Beteiligten. Neben einer neuen Mensa entstehen differenzierte Lernräume, Bewegungs- und Fachräume sowie eine Schulbibliothek. Auch der Brandschutz wird endlich auf den neuesten Stand gebracht.
Auch die Sporthalle der Grundschule wird modernisiert, so dass sie weiterhin für Schulsport und große Veranstaltungen wie das Oktoberfest oder das Weinfest genutzt werden kann.
Die barrierefreie Erneuerung wichtiger Fuß- und Radwege, wie zwischen Konrad-Naue-Straße und Im Kirschenhain, ist ein Gewinn für alle Generationen in unserem Ortsteil.
Nach mehr als zwei Jahren Wartezeit hat die Bernhard-Kratzberg-Straße endlich ihr offizielles Straßenschild erhalten.
Die Fußgängerampel an der B1 im Bereich Tannenweg ist wieder instandgesetzt worden.
Auf der anderen Seite verzögert sich die Sanierung der Mauer an der Oberen Dorfstraße seit Jahren, obwohl Planungen und Mittel vorliegen. Grund ist aktuell Personalmangel in der Verwaltung.
Verkehr und Sicherheit
Die Verkehrssicherheit, insbesondere rund um die St.-Martinus-Schule, war ein zentrales Thema. Geschwindigkeitsmessungen bestätigten, dass das Tempolimit von 30 km/h häufig überschritten wird. Die probeweise Einführung von Tempo 30 in der Von-Ketteler-Straße ist ein erster Schritt, aber die dauerhafte Verbesserung der Sicherheit für unsere Schulkinder bleibt eine Daueraufgabe.
Ergänzend dazu bleibt die Verkehrsproblematik auf dem Linnenkamp und der B1 ein Dauerthema. Staus auf dem Linnenkamp und der B1, insbesondere an den Bahnübergängen und Kreuzungen, sind für viele von uns ein tägliches Ärgernis. Hinzu kommen Gefahrensituationen an der Ahnekamp-Kreuzung. Trotz mehrfacher Initiativen des Ortsrats – etwa für ein Durchfahrtsverbot für Lkw oder eine Ampelanlage – stoßen wir immer wieder auf rechtliche und organisatorische Hürden. Der Ausbau des Gewerbegebiets Nord, die geplante Klärschlammverbrennungsanlage und insbesondere die marode Mastbergbrücke werden die Verkehrslage weiter verschärfen.
Bahnübergang und Lärmschutz
Ein Erfolg des bürgerschaftlichen Engagements ist der Erhalt des Bahnübergangs zwischen Emmerke und Sorsum bis mindestens 2030. Rund 1300 Unterschriften unterstreichen die Bedeutung dieser Verbindung für Fußgänger und Radfahrer, insbesondere für Schülerinnen und Schüler, die weiterführende Schulen in Himmelsthür oder Hildesheim erreichen.
Auch beim Thema Lärmschutz gibt es Bewegung: Die Deutsche Bahn plant neue Maßnahmen, um die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner zu verbessern.
Die Planungen für einen S-Bahn-Halt in Himmelsthür schreiten voran, aber das Genehmigungsverfahren ist komplex und langwierig. Der Bau könnte frühestens 2028 beginnen – vorausgesetzt, es gibt keine Verzögerungen durch neue Vorschriften oder Änderungsforderungen.
Kinder, Jugend und Gemeinschaft
Die Förderung von Kinder- und Jugendarbeit bleibt für den Ortsrat ein zentrales Anliegen.
Mit dem Zuschuss für das Projekt „Bauwagen als Jugendtreffpunkt“ der Paulusgemeinde haben wir einen wichtigen Impuls für die Jugendarbeit gesetzt. Da es in Himmelsthür derzeit keinen zentralen Jugendtreff gibt, ist dieses Projekt ein Lichtblick für unsere Jugendlichen.
Die Sperrung von drei Spielplätzen (Salzwiese, Ahnekamp, Südstraße) wegen Sicherheitsmängeln hat bei vielen Familien für Unmut gesorgt. Und das völlig zu Recht. Ersatzteile und Reparaturen ließen auf sich warten, ein genauer Zeitplan für die Wiedereröffnung konnte nicht genannt werden. Die Verwaltung hat zugesagt, die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger ernst zu nehmen, aber die Geduld vieler Eltern wurde auf eine harte Probe gestellt.
Vereinsleben und Ehrenamt
Die Suche nach ehrenamtlichem Nachwuchs bleibt schwierig. Die Auflösung des Vereins „Bürger für Himmelsthür“ mangels Vorsitzendem war ein schmerzlicher Beweis dafür, wie schwer es ist, Menschen – besonders junge – für das Ehrenamt zu gewinnen. Umso erfreulicher ist es, dass beim KKS und beim Musikverein junge Nachfolgerinnen gefunden wurden. Im Jahr 2026 wird auch der Ortsverband Himmelsthür des Deutschen Roten Kreuzes aufgrund von Nachwuchsproblemen aufgelöst werden müssen. Andererseits gibt es auch erfreuliche Initiativen: 2025 wurde erstmals ein Garagenflohmarkt in Himmelsthür ausgerichtet, und im Februar 2026 wird es wieder eine Faschingsveranstaltung für Kinder geben.
Sportliche Erfolge und Veranstaltungen
Die Handballer des TuS Grün-Weiß sind im letzten Jahr in die Regionalliga aufgestiegen – ein historischer Erfolg! Auch die Fußballer behaupten sich in der Bezirksliga. Der Musikverein feiert sein 100-jähriges Bestehen mit einem „Tanz in den Mai“. Unser Nachbarort Sorsum begeht sein 900-jähriges Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen, die uns an die lange Geschichte unserer Region erinnern.
Veranstaltungen für Demokratie und Friedensarbeit
Im vergangenen Jahr standen zwei Veranstaltungen besonders im Zeichen der Erinnerungskultur und des Engagements für Demokratie und Frieden:
Zum 80. Jahrestag des Kriegsendes habe ich in einem gut besuchten Vortrag die dramatischen Ereignisse des März 1945 in Himmelsthür und die Auswirkungen der NS-Zeit auf unseren Ort beleuchtet. Die große Resonanz zeigte, wie wichtig die Auseinandersetzung mit unserer Geschichte bleibt.
Auch die Gedenkstunde am Volkstrauertag war ein bewegender Moment des Innehaltens und der Mahnung für den Frieden. Gemeinsam erinnerten wir an die Opfer von Krieg und Gewalt und bekräftigten unser Bekenntnis zu Demokratie und Menschlichkeit.
Zusammenarbeit von Kommunalpolitik und Verwaltung
In diesen Zeiten können wir alle nicht genug für den Erhalt unserer Demokratie tun. Auch hier vor Ort!
Im September 2026 stehen die Kommunalwahlen in Niedersachsen an. In seiner Neujahrsrede hat Oberbürgermeister die Bedeutung des kommunalpolitischen Engagements für die Demokratie betont und dazu aufgerufen, sich weiterhin einzubringen und wählen zu gehen. Diesen Appell unterstütze ich ausdrücklich – denn ohne Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, funktioniert unsere Demokratie nicht.
Doch Worte allein reichen nicht aus. In der täglichen Arbeit erleben wir leider immer wieder, dass Wertschätzung und echte Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Kommunalpolitik fehlen.
Die kurzfristige Sperrung der Mastbergbrücke für den Schwerlastverkehr war ein Beispiel dafür, wie wichtig eine frühzeitige und transparente Kommunikation zwischen Verwaltung, Politik und Bürgerschaft ist. Die mangelnde Einbindung des Ortsrats und der betroffenen Unternehmen hat zu berechtigtem Unmut geführt und das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Verwaltung belastet. Ähnliche Erfahrungen mussten wir bei der Umrüstung der Straßenbeleuchtung und der Diskussion um die mögliche Umwandlung der Realschule machen – Informationen kamen oft zu spät oder gar nicht.
Es reicht nicht, in festlichen Reden die Bedeutung der Kommunalpolitik zu loben, wenn im Alltag die Zusammenarbeit auf der Strecke bleibt. Wertschätzung zeigt sich nicht in Worten, sondern im Handeln: in offener Kommunikation, in der Bereitschaft, gemeinsam Lösungen zu suchen, und im Respekt vor dem Engagement derjenigen, die ihre Zeit und Kraft für das Gemeinwohl einsetzen.
Wir brauchen eine Verwaltung, die sich als Partner der Kommunalpolitik versteht – transparent, serviceorientiert und bereit, neue Wege zu gehen. Nur so können wir das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in Staat und Demokratie stärken.
Die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Kommunalpolitik muss verbessert werden – durch mehr Transparenz, frühzeitige Einbindung und gegenseitige Wertschätzung. Daran werden wir auch in diesem Jahr weiter arbeiten müssen.
Ausblick auf das Jahr 2026
Für 2026 stehen zahlreiche weitere wichtige Aufgaben und Herausforderungen an, die sich direkt aus den Erfahrungen und Entwicklungen der letzten Jahre ergeben:
Die Sanierung der Grundschule wird fortgesetzt, die Verkehrssicherheit bleibt im Fokus, und wir hoffen auf Fortschritte beim S-Bahn-Anschluss für Himmelsthür. Die Diskussion um die Zukunft der Realschule und die Situation der Spielplätze werden uns weiter beschäftigen. Die Förderung von Kinder- und Jugendarbeit bleibt ein zentrales Anliegen.
Vor allem aber steht die Kommunalwahl am 13. September 2026 im Mittelpunkt. Ich rufe alle Bürgerinnen und Bürger auf: Bringen Sie sich ein, kandidieren Sie, gehen Sie wählen! Nur wer mitgestaltet, kann die Zukunft unseres Ortsteils und unserer Stadt aktiv beeinflussen.
Darüber hinaus dürfen wir uns auf mehrere besondere Jubiläen freuen, die das Jahr 2026 prägen werden:
- 100 Jahre Kleinkaliber-Schützenverein Himmelsthür
- 100 Jahre „Siedlung“ im Bereich Birkenweg und Tannenweg
- 60 Jahre Weihnachtspostamt Himmelsthür
- 150 Jahre Hotel „Zum Osterberg“
Diese Jubiläen bieten wunderbare Gelegenheiten, gemeinsam zu feiern, Erinnerungen zu teilen und den Zusammenhalt in unserem Ort zu stärken.
Darüber hinaus werden wir natürlich wieder unsere traditionellen und beliebten Ortsratsveranstaltungen wie das Boßelturnier, den 1. Mai, das Weinfest oder den Weihnachtsmarkt durchführen, um den Himmelsthürerinnen und Himmelsthürern Gelegenheit zur Begegnung zu geben.
Schlusswort
Himmelsthür lebt vom Engagement seiner Menschen – in Vereinen, Schulen, Kirchen und Initiativen. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass unser Ort auch in Zukunft lebendig und demokratisch bleibt. Ich danke allen, die sich im vergangenen Jahr eingebracht haben, und freue mich auf ein Jahr 2026 voller Tatkraft und Miteinander.
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!